Aquathermie als Schlüssel zur Wärmewende
Eine aktuelle Studie der TU Braunschweig zeigt eindrucksvoll: Fließgewässer könnten 94 % des gesamten deutschen Wärmebedarfs im Temperaturbereich bis 100 °C decken. Dieses bislang kaum genutzte Potenzial umfasst rund 860 Terawattstunden jährlich – und bietet damit einen echten Hebel für die Wärmewende in Deutschland.
Wasserkraftanlagen spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie verfügen bereits über die nötige Infrastruktur sowie das Wasserrecht zur Entnahme und könnten so kurzfristig zur Nutzung der sogenannten Aquathermie beitragen – also zur Wärmegewinnung aus Flusswasser mittels Wärmepumpen.
Laut Studie könnten allein 33 der 80 untersuchten Großstädte ihren gesamten Raumwärmebedarf durch die Kombination von Wasserkraft und Aquathermie decken. Ein Beispiel: Die Stadt Frankfurt könnte allein mit zwei bestehenden Wasserkraftwerken ihren Wärmebedarf vollständig abdecken – inklusive Teilen des Umlands.
Der Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke (BDW) fordert daher gezielte rechtliche Rahmenbedingungen, um die bestehenden Potenziale der Aquathermie für die kommunale Wärmeversorgung endlich zu erschließen.
Zur Studie „Grüne Nah- und Fernwärme aus Fließgewässern“ (PDF)